Brandschutz und PV

Es ist wichtig Brandschutzmaßnahmen bei der Installation von PV-Dachanlagen zu beachten

Effektive Brandschutzmaßnahmen bei der Installation von PV-Dachanlagen

Feuer… Das absolute Horrorszenario für jeden Gebäudebesitzer. Insbesondere, wenn eine PV-Dachanlage verbaut ist, gilt es einige Besonderheiten zu beachten. Brandschutzmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil der Planung einer PV-Dachanlage. Das Risiko eines Brandfalls hält hin und wieder Kunden davon ab, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installieren zu lassen. Die Gefahren und Risiken bei der Installation und dem Betrieb von PV-Anlagen halten sich jedoch in Grenzen: nur zwei Prozent der Versicherungsschäden an einer Photovoltaikanlage lassen sich laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. auf Brände zurückführen. Denn grundsätzlich gilt, dass sich Photovoltaikanlagen nicht wesentlich von anderen elektrischen Einrichtungen unterscheiden.

Folgende Risiken gibt es bei Elektroinstallationen zu berücksichtigen:

  1. Brandentstehung (bedingt durch die elektrische Anlage)
  2. Feuer ausgelöst durch brennbare Leitungen
  3. Brandübertragung durch thermische Wärmeleitung

Schon bei der Planung gibt es beispielsweise die Möglichkeit, einem Brand vorzubeugen und den Sicherheitsstandard zu erhöhen. Bei der Auswahl aller Komponenten sollte stets auf die Qualität geachtet werden. Sowohl die PV-Module als auch die anderen Materialien sollten geprüft und TÜV-zertifiziert sein. Eine ordnungsgemäße Installation ist ebenfalls entscheidend. Unser Team aus dem Geschäftsbereich Energy Systems arbeitet deshalb ausschließlich mit langjährigen, zertifizierten Partnern zusammen.

Brandschutzmaßnahmen nach VDE „AR-N 2100-712“

Natürlich müssen bei der Installation bestimmte Brandschutz-Maßnahmen berücksichtigt werden. Für Planer und Installateure gelten eindeutige Richtlinien für den sicheren Aufbau von Photovoltaikanlagen. Neben der brandschutzgerechten Elektroinstallation, der Brandschottung und der erd- und kurzschlusssicherer Leitungsverlegung ist die Gewährleistung der Sicherheit von Einsatzkräften ein wichtiger Faktor. Unsere Solarexperten aus dem Geschäftsbereich Energy Systems berufen sich bei der Planung neuer Dachanlagen auf das Regelwerk „AR-N 2100-712“ des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik).

In Abschnitt 4 bis 7 werden sowohl organisatorische, bauliche als auch technische Maßnahmen näher beschrieben:

  • Kennzeichnung der PV-Anlage am Verteilerschrank sowie am Hausanschlusskasten
  • Aushang von Feuerwehrplänen für Einsatzkräfte
  • Feuerwiderstandsfähige Verlegung der DC- Leitungen außerhalb des Gebäudes
  • Brandschutzgerechte Elektroinstallation, z.B. Überspannungsschutz
  • Installation der Wechselrichter im Außenbereich oder direkt am Gebäudeeintritt
  • Verwendung von DC- Freischaltern bzw. Feuerwehrschaltern (gängig) oder einer DC-Modulfreischalteinrichtung (wenig verbreitet)

Sollte die DC- Kabelführung innerhalb des Gebäudes erfolgen und eine feuerwiderstandsfähige Verlegung der DC-Leitungen nicht möglich sein, werden außerdem technische Maßnahmen gemäß der VDE-Norm „AR-N 2100-712“ (Abschnitt 7) notwendig.

Was es im Brandfall zu beachten gibt: Wechselstrom statt Gleichstrom

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem offenen Feuer, gibt es für die Einsatzkräfte der Feuerwehr etwas wichtiges zu beachten: Photovoltaikanlagen produzieren im Gegensatz zu den übrigen Elektroinstallationen in Gebäuden Gleichstrom. Dieser muss mithilfe eines Wechselrichters zunächst in Wechselstrom umgewandelt werden. Ein einfaches Abschalten des Stroms ist hier nicht möglich, denn so lange Licht auf die Solarmodule fällt, erzeugen sie Energie und zwar unabhängig davon, ob die Stromzufuhr zum Gebäude abgestellt wurde. Mithilfe von Feuerwehrschaltern, die außen am Gebäude installiert werden, kann der Stromfluss zwischen Wechselrichter und Schalter unterbrochen werden. Auch für den Brandfall gibt die VDE mit der Norm „DIN VDE 0132“ Verhaltensregeln für die Brandbekämpfung. Hier wird unter anderem festgelegt, welche Löschmittel verwendet werden dürfen und wie hoch der Mindestabstand beim Löschen sein muss.

Die regelmäßige Wartung von PV-Anlagen kann das Auftreten eines Feuers in vielen Fällen verhindern. Das Expertenteam aus dem Geschäftsbereich Service bei SENS hat sich auf die Anlagen-Optimierung, das Monitoring und die Instandsetzung von PV-Anlagen spezialisiert.

Foto: Shutterstock/mrmohock

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